SPHV

Detailinformationen Leitbild

Im Fokus: Wir schaffen Lebensräume als Lernfelder

Unsere Aufgabe ist es, die Lebenslage von Menschen mit psychischen Behinderungen durch vielfältige, individuell ausgerichtete Hilfeangebote zu verbessern und diese Hilfeleistungen beständig weiterzuentwickeln. Kernpunkt unseres Konzeptes ist die Gestaltung von und die Begleitung in sozialen Lernfeldern. Diese Lebensräume sollen als Alltagsrealität jedem Menschen die Chance zur Entfaltung seiner Fähigkeiten geben.

Wir verstehen uns als Lobby im Dienste des Wohls und der Rechte psychisch kranker Menschen, ihrer Angehörigen und Partner. Wir haben uns verpflichtet zu intensiver und kritischer Auseinandersetzung mit den Ergebnissen und Erfahrungen der sozialpsychiatrischen Praxis, die Aussagen machen über die angemessene Gestaltung der Lebensräume psychisch kranker Menschen. Durch die Erprobung neuer Versorgungsformen unterstützen wir aktiv die Entwicklung neuer Wege der Sozialpsychiatrie in Wissenschaft und Praxis. Dabei ist uns die Kostengünstigkeit der Versorgung ein wichtiges Anliegen.

Basale Elemente unseres Leitbildes sind damit auch unsere Nutzerorientierung, unser Ziel- und ergebnisorientiertes Handeln und unsere Bereitschaft zur Weiterentwicklung.

Pädagogische Wege: Einforderungsprozess von Alltagsrealität zentriert unsere Aktivitäten

Eine Grundregel in diesem Kontext ist z. B., dass jeder Klient etwa des Therapeutischen Wohnheims, wenn er zu uns kommt, sich ein privates Bankkonto einrichten muss. Auf dieses überweisen wir ihm u. a. den Lebensmittelanteil des Kostensatzes. Alleine in diesem scheinbar minimalen Segment fordert sich ein ganzes Bündel verschiedener Kompetenzen ein: Viele Klienten waren noch nie in einer Bank, noch können sie eigenes Geld verwalten, einkaufen oder kochen. Hier generieren wir eine Bühne des Lernens. Die Aufgabe der Mitarbeiter ist es, den Einforderungsprozess von Alltagsrealität für und mit jedem Klienten zu moderieren, d. h. je nach Angemessenheit zu forcieren bzw. abzumildern. Die Begleitung erstreckt sich vor diesem Hintergrund in einer Bandbreite von enger Kontrolle bis hin zu minimaler Assistenz. So werden Unter- bzw. Überforderungen vermieden.

Handlungsleitend: Personen- und ressourcenorientierter Ansatz steht im Mittelpunkt

Unser unterstützendes pädagogisches Handeln hebt ab auf eine Persönlichkeitsentwicklung des Klienten nicht durch psychotherapeutische Bearbeitung des gestörten Umgangs des Individuums mit sich selbst, sondern durch die Aneignung der äußeren Realität. Die Bewältigung der Lebensanforderungen bringt die Erweiterung von Kenntnissen, Fertigkeiten und Handlungsstrategien, also Lebenskompetenz mit sich. Sie stärkt so die verbliebenen gesunden, intakten Seiten der Persönlichkeit und damit das Selbstwertgefühl und drängt die krankheitsbedingt gestörten Anteile zurück. Durch diesen ressourcenorientierten und lebenspraktischen Ansatz verlieren die individuellen krankheitsbedingten Beeinträchtigungen damit subjektiv und objektiv an Bedeutung.

Eckpunkte: Wir fördern Selbstbestimmung, Selbständigkeit, soziale Integration

Im Zentrum des Auftrags des SPHV steht der psychisch kranke Mensch als Nutzer der angebotenen Hilfen und die Verbesserung seiner persönlichen Lebensqualität.

Förderung der Selbstbestimmung der Betreuten

Jeder Klient wird in seiner Würde, mit seinen individuellen Bedürfnissen und Gewohnheiten in einer ganzheitlichen Sichtweise wahrgenommen und respektiert. Die aktive Rolle durch Mitentscheidung und Partizipation, d. h. auch Mitverantwortung, wird zugelassen und gefördert. Für jeden Klienten wird der individuelle Hilfebedarf ermittelt nach dem Grundsatz "Soviel Selbständigkeit wie möglich, soviel Hilfe wie nötig". Mit dem Erleben seiner Möglichkeiten soll dem Klienten ein Zuwachs an Zufriedenheit mit seinen Lebensverhältnissen erschlossen werden.

Unterstützung von Eigenständigkeit und Selbständigkeit

Die Erhaltung bzw. Wiederherstellung der Eigenständigkeit und die Förderung über angeleitete Wachstumsprozesse bedingen die Leitlinien für das pädagogische Handeln in Begleitung und Unterstützung. Es gilt, im Handeln der Mitarbeiter den Grundsatz der individuellen Angemessenheit der Hilfe in einem Spektrum von bloßer Präsenz bzw. Bereitstellung von atmosphärischem Hintergrund, über unterstützende Assistenz bis zur kompensatorischen Übernahme von Hilfeleistungen umzusetzen. Erreicht werden soll die individuell maximale Selbstversorgung und Verselbständigung der Klientel.

Soziale Integration durch die Organisation von Lebensräumen

Eine Aufgabe der Sozialpsychiatrie ist die möglichst weitgehende Aufrechterhaltung oder Schaffung von Lebensräumen, die einen ‚normalen‘ Lebensrahmen darstellen, und die zugleich von den Nutzern Alltagsrealität einfordern. Dies ermöglicht Lernprozesse zur Erhaltung, Wieder- oder Neuerlangung von lebenspraktischen Kompetenzen. Im Vordergrund steht nicht grundsätzlich eine volle Rehabilitation, sondern die Bereitstellung einer Wohn- und Lebensform, die den krankheitsbedingten Einschränkungen Rechnung trägt und ggf. eine weitere Wiedereingliederung über gleichzeitige Lern- und Wachstumsprozesse ermöglicht.

Richtschnur: Leitlinien markieren die Wege der Praxis

Die Eckpunkte unseres Leitbildes finden ihren Ausdruck in folgenden Leitlinien, die als Basis des gemeinsamen Handelns allen Mitarbeitern bekannt und von allen Mitarbeitern zu respektieren sind:

Im Bewusstsein aller Mitarbeiter ist gegenwärtig, dass nicht die Interessen der Hilfe gebenden Einrichtung, sondern die Bedürfnisse der Nutzer den Inhalt und die Form des Angebots bestimmen!

Gute fachliche und sachliche Leistungen werden auf der Grundlage von modernen und zeitgemäßen Hilfekonzepten für Nutzer und Auftraggeber erbracht!

Auf der Basis klarer Strukturen wird eine hohe Verlässlichkeit und Kontinuität für die Klienten sichergestellt!

Die gute menschliche Zusammenarbeit mit den Klienten und innerhalb der Mitarbeiterschaft wird gepflegt!

Die Zukunft der Einrichtung wird vorrangig im Interesse aller Klienten, aber auch der Mitarbeiter, wirtschaftlich abgesichert!

Die Aufgabe der Mitarbeiter ist es, den Einforderungsprozess von Alltagsrealität für und mit jedem Klienten zu moderieren, d. h. je nach Angemessenheit zu forcieren bzw. abzumildern. Das pädagogische Handeln besteht in der fachlich richtigen Beurteilung der Befindlichkeit des Klienten innerhalb des Spannungsbogens von Unter- und Überforderung und der Reflexion und Umsetzung der sich hieraus ergebenden pädagogischen Maßnahmen.

Dabei ist zwangsläufig die angebotene Palette an Lebensräumen im Rahmen der Gesamtkonzeption ständig zu überprüfen und ggf. anzupassen.

Die angelegten Strukturen des SPHV dienen der Sicherstellung von humanen, wertschätzenden Umgangsformen mit den Klienten, der Förderung der aktiven Mitarbeit und persönlichen Kreativität der Mitarbeiter, extern einer positiven Imageförderung in der Öffentlichkeit.

Eine unserer zentralen Aufgaben ist es, für die psychisch kranken Menschen Lernmöglichkeiten in einem möglichst ‚normalen‘ Umfeld anzubieten und zur Verfügung zu stellen. Die Merkmale aller Leistungen müssen sich an der fachlichen und sachlichen Angemessenheit ausrichten.

Prinzipiell wird die Möglichkeit für Wohnen und Betreuung auch lebenslang angeboten. Ziel ist es dennoch, eine möglichst unabhängige Lebensführung des psychisch beeinträchtigten Menschen zu erreichen. Dies beinhaltet immer die gemeinsame Arbeit mit dem Klienten daran, einen weniger betreuten und begleiteten Lebensrahmen aufzubauen bzw. sich neue Lebensräume anzueignen.

 




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